Die Mariahilfer Straße ist eine der bekanntesten und traditionsreichsten Einkaufsstraßen Wiens.
Ihre Geschichte reicht viele Jahrhunderte zurück und spiegelt die Entwicklung Wiens als Metropole wider.
Ein kurzer geschichtlicher Werdegang bietet Dir einen Überblick über die Entstehung des heutigen Einkaufserlebnisses…
Historische Ansicht von 1895
Ein beeindruckendes Foto der Mariahilfer Straße aus dem Jahr 1895, aufgenommen von einem anonymen Fotografen. Dieses Bild zeigt die Straße in einer Zeit, in der sie noch nicht von modernen Verkehrsmitteln geprägt war.
Straßenszene von 1957–1958
Ein Foto von Eva Völkel, aufgenommen zwischen 1957 und 1958, das eine Straßenszene auf der Mariahilfer Straße zeigt. Dieses Bild ist Teil der Sammlung des Wien Museums.
Frühe Geschichte und Ursprung
Name: Die Straße ist nach dem ehemaligen Vorort Mariahilf benannt, der im 19. Jahrhundert in das Stadtgebiet Wiens eingegliedert wurde. Der Name „Mariahilf“ geht auf ein Gnadenbild zurück, das sich in der Mariahilfer Kirche befindet.
Ursprung: Die Mariahilfer Straße entstand aus einem alten Handelsweg, der vom Stadtzentrum Wiens nach Westen, in Richtung Linz, Salzburg und Innsbruck führte. Diese sogenannte „Linzer Straße“ war seit dem Mittelalter ein bedeutender Verkehrsweg.
19. Jahrhundert: Vom Vorort zur Einkaufsstraße
Mit der Industrialisierung und dem Bevölkerungswachstum Wiens im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Mariahilfer Straße rasant. Besonders nach dem Anschluss der Vororte an die Stadt 1850 wurde sie zunehmend urbanisiert.
Die Straße wurde zunehmend bebaut mit Zinshäusern, Geschäften und Kaffeehäusern – besonders im Bereich des 6. und 7. Bezirks.
Straßenbahnlinien wurden eingeführt, was die Erreichbarkeit stark verbesserte.
20. Jahrhundert: Aufstieg zur Shoppingmeile
Bereits in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war die Mariahilfer Straße eine wichtige Geschäftsstraße.
Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte sie einen regelrechten Boom: Kaufhäuser, Boutiquen und internationale Marken siedelten sich an. Sie entwickelte sich zur längsten Einkaufsstraße Wiens, die sich von der Inneren Stadt bis nach Schönbrunn erstreckt.
In den 1970er Jahren war sie ein Symbol des Konsumaufbruchs der Nachkriegszeit.
21. Jahrhundert: Verkehrskonzept & Fußgängerzone
Ab 2013 wurde die Mariahilfer Straße schrittweise zur Fußgängerzone bzw. Begegnungszone umgestaltet, was zu Diskussionen, aber auch zu einer deutlichen Belebung führte. Ziel war eine Verkehrsberuhigung, mehr Lebensqualität und ein besseres Einkaufserlebnis.
Heute ist die Straße ein Magnet für Einheimische und Touristen, mit großen Kaufhäusern (z. B. Gerngross), internationalen Ketten, kleinen Boutiquen und zahlreichen Cafés.
